Mit dem Nachwuchs on Tour im Kinderfahrradanhänger

Viele fahrradbegeisterte Eltern stellen sich schon oft nach der Geburt der Kinder die Frage ab wann sie ihrem Hobby wieder nachgehen können. Es gibt viele Möglichkeiten mit Kindern auch größere Radtouren zu unternehmen. Die beste Variante ist es die Kleinen in einem Fahrradanhänger zu transportieren. Welche Vorteile ein Fahrradanhänger im Vergleich zu einem Fahrradkindersitz oder einem Lastenrad bietet möchten wir euch in folgendem Artikel näherbringen. Neben den Kinderfahrradanhängern gibt es noch Fahrradanhänger die zum Transport von größeren Lasten (z.B. Gepäck bei langen Radtouren) oder auch für Haustiere geeignet sind.

Fahrradanhänger als Ersatz für einen Geschwisterwagen / Zwillingskinderwagen

Die meisten Fahrradanhänger lassen sich auch gut als Buggy verwenden. Oft ist wie beim Thule Chariot Sport 2 ein Buggy-Set (2 Buggy-Räder) schon im Lieferumfang enthalten. Da die Nutzungsdauer von einem Fahrradanhänger wesentlich länger ist als die von einem Kinderwagen macht es Sinn einen solchen anstelle eines teuren Geschwisterwagens zu kaufen der dann vielleicht nur 2 Jahre in Verwendung ist. Auch sind meist der Sonnen-, Regen- und Insektenschutz bei einem Fahrradanhänger bereits eingebaut welche oft bei normalen Kinderwägen fehlen oder nur als optionales Zubehör erhältlich sind. Wer also auf der Suche nach einem Geschwisterwagen ist dem können wir nur raten sich das Geld dafür zu sparen und dafür einen hochwertigen Fahrradanhänger anzuschaffen.

Fahrradanhänger vs. Fahrradkindersitz

Ein Fahrradanhänger bietet, neben der Sicherheit noch viele weitere Vorteile im Vergleich zum Fahrradkindersitz. Wer mehr als ein Kind hat tut sich mit dem Transport in einem Fahrradkindersitz sowieso schwer 😉

  • Kinder können schon früher in einem Fahrradanhänger transportiert werden – Kinder können ab 2 Monaten in einem geeigneten Babysitz – z.B. dem Thule Chariot Infant Sling welcher wie eine Hängematte im Anhänger montiert wird – transportiert werden. In einem Fahrradkindersitz kann ein Kind erst transportiert werden sobald es selber gut und sicher sitzen kann – diese Sitze sind für Kleinkinder im Alter von 2 bis 5 Jahren konzipiert.
  • Fahrradanhänger sind sicherer. Die Kinder sind durch die Fahrgastzelle geschützt und auch wenn das Elternfahrrad einmal umfällt bleibt der Fahrradanhänger stehen. Bei einem Sturz von einem Fahrradkindersitz können Kinder sich ernsthaft verletzen da die Fallhöhe recht groß ist und sie rundherum wenig geschützt sind. Auch kippt ein Elternfahrrad mit einem solchen Sitz leicht um wenn das Kind sich nach rechts oder links lehnt – man darf ein Fahrrad mit Sitz und Kind niemals alleine stehen lassen.
  • Ergonomisch sind die hochwertigen Fahrradanhänger so gestaltet, dass die Rückenlehne leicht geneigt ist was zu einer besseren Sitzposition beiträgt. Das bietet auch genug Platz für die – vom Gesetz her vorgeschriebenen – Fahrradhelme. Durch die bequemere Sitzposition schlafen Kinder sehr gut in Fahrradanhängern – das funktioniert in einem Fahrradkindersitz nicht so gut…
  • ein Fahrradanhänger bietet mehr Platz so können z.B. Badesachen, Einkäufe, Spielzeug, Proviant etc. gut verstaut werden. Wenn ein Fahrradkindersitz montiert ist hat man keinen Platz mehr für Satteltaschen am Fahrrad.

Fahrradanhänger vs. Lastenrad

Der Hauptvorteil eines Anhängers gegenüber einem Lastenrad ist die Flexibilität. Mit einem Fahrradanhänger kann Papa in der Früh die Kinder in den Kindergarten bringen – den Anhänger dort parken – und Mama holt die Kinder am Nachmittag wieder ab. Dafür ist lediglich eine zweite Anhängerkupplung notwendig.

Lastenfahrräder können – wie schon der Name sagt – größere Lasten mit bis zu 100 kg transportieren. Sie haben aber im Vergleich zum Fahrradanhänger ein hohes Gewicht. So wiegt zum Beispiel das Nihola Family 32 kg oder das Christiania Bike „light“ in der Grundausstattung 37 kg, wogegen der Thule Chariot Sport 2 mit 15,9 kg ein echtes Leichtgewicht ist. Fahrradanhänger können eine Last von 45 kg tragen was vollkommen ausreichend ist, da die Kinder schon vorher herauswachsen. Was wir in unserer Familie auch festgestellt haben, ist dass es mit einem Gurt ohne weiteres möglich ist ein Kinderfahrrad am Schiebebügel des Anhängers zu befestigen. So kann das Kind solange mit dem eigenen Fahrrad fahren und wenn es zu müde wird, wird Kind und Rad einfach verstaut.

Lastenräder sind auch recht teuer und brauchen viel Platz. Die meisten Fahrradanhänger können, wenn Sie nicht benötigt werden auch platzsparend zusammengeklappt werden. Dadurch können sie im Kofferraum eines Kombis transportiert oder im Winter verstaut werden. Ganz sportliche Eltern können sich für den Winter alternativ den Cross-Country Skiing Kit zulegen und mit ihren Kindern die Schilanglauf Loipen unsicher machen 😉

Darauf sollten Sie beim Kauf eines Fahrradanhängers achten:

Sicherheit

  • Es gibt Fahrradanhänger mit 2, 3 und 5-Punkte Gurten – achten Sie darauf, dass der Fahrradanhänger ein sicheres 5-Punkte-Gutrtssystem hat,
  • Es ist darauf zu Achten, dass gesetzliche Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden > siehe unten
  • Beim Kauf auf die gängigen Prüfsiegel von TÜV, GS, etc. achten

Federung

Grundsätzlich ist eine Federung beim Fahrradanhänger nicht zwingend notwendig. Eine Federung hat – wie auch bei Fahrrädern – zusätzliches Gewicht. Wer vor hat den Fahrradanhänger mit einem E-Bike zu ziehen oder besonders Wert auf Komfort für die Kinder legt ist mit einer Federung gut bedient. Die meisten hochpreisigen Fahrradanhänger haben heute schon eine Federung verbaut.

Räder

Größere Räder haben bessere Fahreigenschaften daher sollten die Reifen eines Fahrradanhängers mindestens 16 Zoll – besser 20 Zoll haben. Größere Räder absorbieren Bodenunebenheiten besser so kann zum Beispiel auch eine fehlende Federung ausgeglichen werden.

Gesetzliche Bestimmungen:

Für Fahrradanhänger müssen der Straßenverkehrsverordnung entsprechen. Sie benötigen zur Personenbeförderung folgendes:

  • Wimpel in Leuchtfarbe mit einer mindestens 1,5 m hohen, biegsamen Fahnenstange
  • Anhänger müssen eine Bremse haben (Feststellbremse oder eine Radblockiereinrichtung, die auf beide Räder wirkt)
  • ein rotes Rücklicht (darf auch blinken) bzw. über 60 cm Breite 2 Rücklichter
  • weißer Reflektor vorne bzw. über 60 cm Breite 2 Reflektoren
  • roter Reflektor hinten bzw. über 60 cm Breite 2 Reflektoren
  • gelbe Reflektoren auf der Seite (z.B. Katzenaugen auf den Rädern)
  • die Anhängerkupplung muss sicherstellen, dass beim Umfallen des Fahrrades der Anhänger nicht umfallen kann.
  • Kindern dürfen nicht in die Speichen des ziehenden Fahrrades oder des Anhängers geraten können.
  • Es besteht eine Helmpflicht für Kinder unter 12 Jahren!
  • Kinder müssen angeschnallt sein

Ausstattung

  • wer den Fahrradanhänger auch als Buggy nutzen will sollte darauf achten, dass ein Buggy-Set mitgeliefert wird
  • einfache Bedienung: das An- und Abhängen des Hängers sollte schnell und einfach gehen – ebenso die Bedienung der Feststellbremse oder das Handling beim Zusammenklappen.
  • Sonnenschutz: Achten Sie darauf, dass der Anhänger einen Blendschutz inkludiert hat
  • Gewicht: der Anhänger sollte – wenn Sie ihn nicht mit einem E-Bike nutzen – nicht zu schwer sein
  • wer mit dem Anhänger auch joggen möchte sollte darauf achten, ob eine Handbremse zur Montage am Anhänger als Zubehör erhältlich ist (nicht bei allen Herstellern verfügbar) und ein Joggingrad (Buggy-Räder sind nicht geeignet)

Hundefahrradanhänger

Seit einigen Jahren gibt es auch spezielle Fahrradanhänger für Hunde. Diese sind vor allem zu empfehlen, wenn der Hund zu groß für einen Hundefahrradkorb ist. Auch diese Anhänger gibt es mit Anschnall-Systemen damit der Vierbeiner auch bei einem Unfall geschützt ist.